Doch wohin mit dem Schlüssel?

18.07.2011

Früher haben Frischverliebte mit einem Sackmesser ein Herz in Baumrinden oder Bänklein geritzt. Jetzt entsteht ein neuer Brauch: Sie hängen mit ihren Namen gravierte Schlösser an die Wylandbrücke. Schon 20 schlossgewordene Treueschwüre zieren die Brücke zum Sulzer-Areal. Der Brauch stammt möglicherweise aus Italien. In der  Liebesschnulze "Ho voglia di te" von 2006 schwört sich ein junges Paar ewige Liebe. Sie befestigen ein Schloss an einer Laterne auf der Milvischen Brücke in Rom und versenken den Schlüssel mit den Worten "Per sempre" im Tiber. Tausende haben es ihnen nachgemacht und eine Laterne zum Einsturz gebracht. Stadtingenieur Max Reifler will  vorläufig nicht eingreifen. Auch Ingenieur Martin Deuring sieht kein Problem: Die Brücke sei für 400 Kilo pro Quadratmeter ausgelegt. Bei der Brückenbreite von fünf Metern ergibt das für jeden Laufmeter eine Nutzlast von zwei Tonnen und das Unterhaltsfahrzeug wiegt allein sechs Tonnen. "Bei diesen schweren Lasten können einige Vorhängeschlösser nicht ins Gewicht fallen" sagt Deuring und zeigt Herz. Bleibt noch die Frage, wo all die Schlüssel bleiben. Schliesslich gilt der Treuebund für ewig, der Schlüssel wird nie mehr gebraucht! Römer Paare werfen den Schlüssel in den Tiber und – hier schliesst sich der Kreis – Winterthur ist dringend auf Schatzmann's sieben Seen
für Winterthur angewiesen!

Quelle: Der Landbote v. 16.07.2011

 

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