Wie in Zürich, so in Winterthur?

25.10.2012


Bekanntlich schreibt der Präsident des Gewerbeverbandes der Stadt Zürich immer wieder "träfe" Texte über die Stadt Zürich. Den einen oder anderen Text haben wir ja unseren Mitgliedern bereits präsentiert. Einmal mehr trifft Richard Späh mit seinem globalisierten Vergleich Zürich gegen den Rest der Welt ins Schwarze, wenn er aufzeigt, wieviel sich ein Zürcher Zürich kosten lässt. Unser Präsident hat den Vergleich für Winterthur nicht ausgerechnet, ist aber überzeugt, dass das Ergebnis ein bisschen Griechenland in der Eulachstadt belegen würde. Überzeugen Sie sich selbst:


"Ein bisschen Griechenland in der Limmatstadt
Vor einem Monat war im Tages Anzeiger zu lesen, dass Zürich weltweit die Stadt mit der höchsten Kaufkraft ist. Für ein Kilo Brot müssen wir durchschnittlich nur sechs Minuten lang arbeiten, für ein IPhone 22 Stunden lang. In  München und Paris sind 40 Stunden nötig, also fast das Doppelte. Vor zwei Wochen dann die Ernüchterung: Finanzvorstand Martin Vollenwyder rechnet ab 2013 mit tiefroten Zahlen. 84 Millionen Defizit sollen es sein, bis 2016 soll dieses auf 490 Millionen ansteigen.


Die Reichen sollen zahlen!?

Müssen wir also mit Steuererhöhungen rechnen? Zürich ist steuerlich gesehen jetzt schon eher teuer. Die Einkommens-Millionäre können wir nicht noch mehr zur Kasse bitten, denn Zürich liegt in punkto Attraktivität schon jetzt auf Rang 19 der 26 Kantonshauptorte. Leider zahlen die CS und die UBS bis auf weiteres keine Steuern. In  guten Jahren kam jeder sechste Steuerfranken von den Grossbanken. Aber jetzt sind Verluste zu verkraften. Und  wenn das Bankkundengeheimnis erst mal abgeschafft ist, werden die Steuererträge vielleicht nie mehr sein, was sie mal waren.

 

Londoner sind 7 x billiger als Zürcher
Es ist Zeit, dass wir grundsätzlich über die Bücher gehen. Die Stadt Zürich hat sich zu einer wahren Geldschleuder entwickelt. 8.3 Milliarden Franken sind für 2013 budgetiert. Bei 400'000 Einwohnern sind das gut 20'000 Franken pro Einwohner. Zum Vergleich: Greater London gibt dieses Jahr rund 22 Milliarden aus bei 8.3 Millionen Einwohnern. Pro Person sind das knapp 3'000 Franken, also 7 x weniger als bei uns. Notabene: London ist kein Armenhaus, sondern der grösste Finanzplatz in Europa.

 

Der Staat soll nicht alles müssen
Wer ist schuld? Das Stimmvolk winkt seit Jahren alle Millionenprojekte mit grossem Mehr durch. Da wird Geld ausgegeben, als gäbe es kein Morgen mehr. Neben überteuertem Bauen – Stadtrat Odermatt will Abhilfe schaffen – sind viele Vorlagen sehr ehrgeizig und somit sehr teuer. Die 2000-Watt-Gesellschaft ist ein Milliardeninvestment, ebenso das Projekt «Bezahlbare Wohnungen für Zürich», das 2011 mit grossem Mehr angenommen wurde. Wir alle – der Gemeinderat und das Volk – müssen lernen zu priorisieren."

 

Richard Späh, Präsident
Gewerbeverband der Stadt Zürich

 

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