Zum Glück steht "Salmen" drauf

16.08.2011


Was der Flâneur erinnert, ist im Museum Lindengut zu sehen (Ausstellung Museum Lindengut, bis 12. September;  Sammelbar). Zum Beispiel ein Thermometer aus dem "Salmen".

Das Archiv des Lebens hat ganz verschiedene Seiten. Werfen wir wieder einmal einen Blick hinein. In der sehenswerten Ausstellung "Sammelgut" des Museums Lindengut  findet sich ein Thermometer, die Aufschrift: "Genossenschafts Restaurant Salmen, Winterthur, Tel. 22 64 22". Unter dieser Nummer meldet sich schon lange niemand mehr, schon längst ist ein anderes Lokal an der Marktgasse 45 eingezogen.

"Ich kaufte das Thermometer auf dem Flohmarkt, wegen des Restaurants Salmen", schreibt der Besitzer auf dem Beipackzettel zum Objekt. "Ich verbrachte dort fast meine ganze Jugend und auch manche geschwänzte Schulstunde."

Jedenfalls: Der "Salmen" war das Szenelokal in der Stadt, bevor der "Widder" kam. Ein Stück Geschichte für viele, die dort Gast waren. Ein Fundstück bringt alte Geschichten wieder zurück: "Das Thermometer hat bei mir wieder manche Erinnerung wachgerufen – besonders an das Servicepersonal. Peter, Helga und Lyra, sie waren so richtig alte Schule, hatten jede Situation gemeistert und alle gekannt", schreibt der ehemalige  "Salmen"-Gast. Halb Winterthur war in diesem Lokal und ganz unterschiedlich mögen die Erinnerungen ausfallen.

Zum Glück gibt es Menschen, die ihre Erinnerungen öffentlich machen, wie jetzt im Projekt des Historischen Vereins im Museum Lindengut. Denn nur so kann Geschichte entstehen, im Hier und Jetzt. Und neben dem Thermometer sind in der "Sammelbar" weitere Objekte aus der gelebten Vorvergangenheit zu sehen. Wer ins Lindengut geht, spaziert durch die eigene Geschichte.

Quelle: Der Landbote v. 16.08.2011

 

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